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Marcel Odenbach
Tabakkollegium oder Es brennt mir unter den Nägeln
TABAKKOLLEGIUM ODER ES BRENNT MIR UNTER DEN NÄGELN wurde im Zeitraum vom 2. Dezember 1994 bis 19. Februar 1995 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn ausgestellt.Bereits in den 70er Jahren hat Marcel Odenbach das Rauchen als Aussageform der Langeweile behandelt und sich in diesem Zusammenhang mit den Themen des reinen Zeitvertreibs und der Nervosität auseinandergesetzt.
Die beiden sich gegenüber stehenden Doppelprojektionen des TABAKKOLLEGIUMS beziehen sich aufeinander, stellen aber zugleich Gegensätze dar. So entsteht eine Konfrontation zweier Kulturen, ein Gegensatz von Establishment und Underground, jung und alt, politisch und unpolitisch, sich abwechselnden Generationen mit unterschiedlichem Bewusstsein.
Der rauchende Mund des Künstlers und ein seitlich darunter projiziertes zweites Bild eines Tisches mit Rauchutensilien und vollem Aschenbecher bildet die eine Seite, überdimensionale Augen und Aufnahmen aus Vergnügungstempeln in Berlin und New York die andere Seite. Der Gegensatz setzt sich in verschiedenen Einblendungen auf der jeweiligen Seite fort.
Bilder von Bücherverbrennungen, gewalttätigen Demonstrationen, ausländerfeindlichen Ausschreitungen oder Selbstverbrennung bilden einen makabren Kontrapunkt zu der Sprachlosigkeit, Langeweile und Verharmlosung angesichts dieser aktuellen politischen Tendenzen.
Marcel Odenbach setzt der heutigen Jugend seine eigenen Erfahrungen entgegen und sucht nach Möglichkeiten der Kommunikation und Solidarität. Auch wenn diese Kommunikation nur im nonverbalen Vergnügen wie dem Rauchen zu liegen scheint, so ist sie doch der gemeinsame Nenner gegen diskriminierende, faschistoide Tendenzen unserer Gesellschaft.
English Text:
TABAKKOLLEGIUM ODER ES BRENNT MIR UNTER DEN NÄGELN was exhibited between December 2, 1994, and February 19, 1995 at the Art and Exhibitions Hall of the Federal Republic of Germany in Bonn.
Already in the 1970ies, Marcel Odenbach treated smoking as an expression of boredom and, in that context, dealt with the issues of pure pastime and nervousness.
The two opposing double projections of TABAKKOLLEGIUM refer to each other, yet remain opposed. Thus, a confrontation of two cultures is created, a contrast between establishment and underground, young and old, political and apolitical, changing generations with a different consciousness.
The smoking artist’s mouth and a second image of a table with smoking devices and a full ashtray projected below it form one side; oversize eyes and images taken at amusement halls in Berlin and New York the other. The contrast is continued by various fade-ins on both sides.
Pictures of the burning of books, violent demonstrations, racist riots or self-cremation form a macabre counterpoint to the speechlessness, boredom and belittlement in the face of these current political tendencies.
Marcel Odenbach confronts today’s youth with his personal experiences and tries to find ways of communication and solidarity. Even if this communication seems to be limited to the non-verbal pleasure of smoking, it is still the common denominator against discriminating, fascist tendencies in our society.









