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Grahame Weinbren
Sonata
Grahame Weinbrens SONATA ist interaktives Kino, inszeniert in einer Rauminstallation. Der Besucher kann den Filmablauf beeinflussen und verändern, indem er in einen frei im Raum hängenden Rahmen greift, der ein Infrarotfeld erzeugt und wie ein Touchscreen funktioniert.Es gibt nur sehr wenige Künstler, die die Technik dieser hybriden Kunstform, die sowohl Video als auch Film einbezieht, beherrschen. Grahame Weinbren hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre als ihr hervorragendster Vertreter profiliert, der nicht nur virtuos mit den oben genannten Kunstformen umzugehen versteht, sondern vor allem auch in der Lage ist, das künstlerische Potential der neuesten Computertechnologien einzusetzen und auszuschöpfen.
SONATA ist, nach „The Erl King" aus dem Jahre 1986, der zweite interaktive Film Grahame Weinbrens. Er verbindet in dieser Arbeit Szenen, die auf Tolstois Kurzgeschichte „Die Kreutzer Sonate“ basieren, mit Elementen der biblischen Geschichte von „Judith" zu einer labyrinthischen, assoziativen Bildfolgen und einer linearen filmischen Erzählstruktur. Vielmehr versucht er, sich der arbiträren Komplexität von Gedankenfolgen und Träumen zu nähern: Der Zuschauer hat die Möglichkeit, dieselbe Szene aus dem Blickwinkel verschiedener Charaktere zu beobachten und sich in unterschiedliche Erzählstränge hineinzubegeben. So entsteht eine jeweils individuelle Version des Kunstwerks („fictional mind"), eine individuelle „Meditation" über die (tolstoische) Behauptung, dass Kunst - und besonders Musik - potentiell Gewalt erzeugen. Diese wird durch die Geschichte von Judith, die Holofernes zuerst verführt, um ihn dann zu enthaupten, noch um die Frage nach der immanenten Gewalt in Beziehungen zwischen Männern und Frauen erweitert.
English Text:
Grahame Weinbren’s SONATA is interactive cinema, realised in a spatial installation. Visitors can influence and change the course of the film by grabbing a frame that hangs freely in the room and producing an infra-red field that acts like a touch screen.
Only very few artists are able to handle this hybrid form of art that includes video as well as film. Over the past decade, Grahame Weinbren has established himself as the most brilliant representative of this group, not only by his virtuosic command of the above art form, but also by being able to use and exploit the artistic potential of the latest computer technology.
After “The Erl King” from 1986, SONATA is Grahame Weinbren’s second interactive film. In this work he combines scenes based upon Tolstoy’s short story “The Kreutzer Sonata” with elements from the biblical story of “Judith” into labyrinthine, associative image sequences and a linear cinematographic narrative. Furthermore, he tries to approach the arbitrary complexity of trains of thoughts and dreams: The viewer may watch the same scene from the point-of-view of different characters and enter different narrative threads. Thus, an individual version of the artwork is created (“fictional mind”), an individual “meditation” about the (Tolstoyan) claim that art—and especially music—potentially creates violence. This is extended by the question of immanent violence in relationships between the sexes with the story of Judith who seduces Holofernes only to behead him afterwards.









