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Klaus vom Bruch
Artaud spricht vor den Soldaten
Klaus vom Bruchs Arbeit ARTAUD SPRICHT VOR DEN SOLDATEN ist als ein Diskurs über Intensität, Wahnsinn, Zerstörung und Wahnvorstellungen zu verstehen.In einer Collage aus filmischen Kriegsdokumenten, Musik und ekstatischem Dichterschrei inszeniert vom Bruch diese Auseinandersetzung.
Vier Videoprojektoren stehen sich gegenüber, die unterschiedliches Filmmaterial zeigen: Befreite Kinder aus dem Konzentrationslager Dachau; drei Wehrmachtssoldaten, die sich den Amerikanern ergeben; eine Tätowierungsszene aus einem Konzentrationslager; ein sich bewegendes Gummiskelett.
Die Gegensätze prallen in einer Intensität aufeinander, die nur noch von Artauds Schriften übertroffen wird. Das scheinbar lustige Spiel mit dem Gummiskelett als makabre Allegorie für Todessehnsucht; die lachenden Kinder in dem KZ und die besiegten, verzweifelten Soldaten; die Tätowierung, die sowohl Lust als auch Tod in sich birgt und schließlich der Gegensatz von Bild- und Tonebene.
Der Kontrast zwischen Todesangst und Liebessehnsucht wird durch romantische mexikanische Liebeslieder, Mariachas und Rumbas aus den 30er und 50er Jahren, untermalt. Ein Karneval des Todes, bei dem man versucht ist, den Fuß rhythmisch mitwippen zu lassen.
Auf dem Hintergrund der sich ständig aktualisierenden Kriegsberichterstattung aus den verschiedenen Teilen der Welt, veranlasst Klaus vom Bruch den Besucher, über die tiefergehenden Hintergründe der logisch nicht nachvollziehbaren Kriegsgelüste nachzudenken.
Bei aller inszenierter Dramatik verfolgt er jedoch keine konkrete politische Absicht, sondern zielt auf die Differenzierung der Sinne ab.
English Text:
Klaus vom Bruch’s work ARTAUD SPRICHT VOR DEN SOLDATEN (Artaud Speaks of the Soldiers) is intended as a discourse about intensity, madness, destruction and delusion.
Vom Bruch addresses these themes using a collage of documentary war film, music and the cry of an ecstatic poet.
Four video projectors, one facing another, show contrasting film material: Children from the newly liberated concentration camp Dachau; three soldiers of the Wehrmacht surrendering to the Americans; a concentration camp tattooing scene and an animated rubber skeleton. The intensity of contrast is only exceeded by Artaud‘s writing. An apparently funny game with the rubber skeleton is a macabre allegory for Thanatos, the longing for death; the laughing children in the concentration camp and beaten, desperate soldiers; a tattoo that incorporates lust as well as death and finally the contrast between picture and sound.
The contrast between the fear of death and a desire for love is underlined by romantic Mexican love songs, mariachi bands and rumbas from the 30’s and 50’s. A carnival of death which almost demands you tap your feet to its relentless beat.
Klaus vom Bruch uses a backdrop of constantly updated war reportage from around the world in encouraging the visitor to consider the underlying reasons behind our illogical enthusiasm for war. Despite the dramatic presentation the goal is to provoke a sensory dislocation and not to make a profound political statement.









